Nach Teneriffa auswandern mit Hund


Nach Teneriffa auswandern mit Hund: da wir selbst 4 Hunde haben, ist mir dieses Thema ein besonderes Anliegen:  Für uns wie für viele andere Hundebesitzer auch, sind Hunde Familienmitglieder und verdienen damit bei Auswanderungsgedanken oder Umzug ein ganz besonderes Augenmerk. Kinder nimmt man an die Hand und kann sie im Flugzeug mit der nötigen Aufmerksamkeit betreuen. Bei Hunden oder anderen Haustieren ist dieses anders.

Nach Teneriffa auswandern mit Hund

Für die Einreise von Hunden in Spanien gelten nachfolgende Reisebestimmungen, insofern Sie aus einem anderen EU-Land einreisen. Für Hunde die von einem Drittland einreisen, gelten umfassendere Bestimmungen.

EU-Einreisebestimmungen für Hunde

  • Mitnahme des EU-Heimtierausweises (neue Ausweise seit dem 29.12.2014, die alten Ausweise behalten jedoch ihre Gültigkeit).
  • Der Hund muss mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein (oder mit Tätowierung, die vor dem 3. Juli 2011 vorgenommen wurde und eindeutig lesbar ist).
  • Der Hund war Zeitpunkt der Erstimpfung gegen Tollwut mindestens 12 Wochen alt und die Impfung wurde von einem ermächtigten Tierarzt verabreicht. Die Gültigkeitsdauer der Impfung reicht bis zum Ende der vom Hersteller angegebenen Impfschutzdauer. Dies gilt auch im Falle von Wiederholungsimpfungen. Eine Wiederholungsimpfung gilt als Erstimpfung, sofern diese nicht innerhalb der Gültigkeitsdauer erfolgte. Die Impfung liegt nicht vor dem Zeitpunkt der Kennzeichnung.
  • Ihre Einreise darf erst frühestens 21 Tage nach Abschluss des vom Hersteller für die Erstimpfung empfohlenen Impfprotokolls erfolgen.

Reisen mit Welpen
Hunde die jünger sind als 15 Wochen dürfen nicht einreisen:
Welpen dürfen seit Anfang 2015 nur noch mit einer gültigen Tollwutimpfung reisen. Aus den Vorgaben für das Mindestalter (12 Wochen) und der Ausbildung des Impfschutzes (21 Tage) bedeutet dies, das Welpen frühestens im Alter von 15 Wochen mitgenommen werden dürfen. (Quelle: www.travel4dogs.de/einreise-spanien.html)

Unabhängig von den Einreisebestimmungen, ist es unbedingt empfehlenswert, den Hund schon vor der Ankunft auf den Kanaren oder sofort in den ersten Tagen gegen die Herzwurmkrankheit impfen zu lassen (Wiederholung 1x jährlich) oder monatlich Tabletten zu verabreichen (z.B. Cardotek). Bei der Herzwurmkrankheit entstehen und wickeln sich lange Würmer durch die Adern in der Herzgegend und lassen den Hund langsam erschwächen, bis er letztendlich stirbt. Angeblich sind mehr als die Hälfte der freilaufenden Hunde auf den Kanaren von der Herzwurmkrankheit betroffen, vor allen Dingen in den niedrigeren oder wärmeren Regionen, in denen sich vermehrt Mücken aufhalten. Diese übertragen die Herzwurmkrankheit.

Teneriffa mit Hund

Es gibt aber auch andere Überlegungen, die man treffen sollte. Spanien ist nicht Deutschland und Spanier haben zu vielen Dingen eine andere Einstellung. Auch ist die Gesetzeslage anders und die Bußgelder teilweise dramatisch. In diesem Zusammenhang sollte jeder Auswanderungswillige oder Autofahrer sich auch einmal mit dem spanischen Bußgeldkatalog für Verkehrsdelikte befassen.

Einen Hund in ein Restaurant mitzunehmen, geht gar nicht. Ein Restaurantbesitzer würde im Ernstfall eine hohe Multa (Bußgeld) bezahlen müssen. Auch wer sich mit seinem Hund einen schönen Strandspaziergang vorstellen kann, irrt gewaltig. Die Bußgelder reichen dafür bis zu 10.000 €. Natürlich gibt es kleine ausgewiesene Strände, an denen dieses erlaubt ist, z.B. der Hundestrand „El Puerito“, ein eigens dafür angelegter Streifen von 200 m bei Güimar. Ein Spaziergang im Park oder öffentlichen Rasenanlagen ist ebenso untersagt. Den Hund im Auto mitnehmen ist ausschließlich in einer Box oder mit Trenngitter möglich. Ein Sicherheitsgurt ist nicht ausreichend. Hier drohen Multas von 400 €. Beim Spaziergang ist das Mitführen von Kotbeutel obligatorisch.

Wer einen Hund hat, der auch gerne einmal seine eigenen Wege geht, sollte sich ein Ortungsgerät überlegen. Streunende Hunde können eingefangen werden, verbleiben dann etwa14 Tage in Verwahrung und kommen dann in eine Tötungsstation, wenn sie bis dahin niemand abholt.

Das bedeutet jedoch insgesamt nicht, dass Spanier keine Hunde mögen, es gibt sogar sehr viele Hundebesitzer. Nur die Gesetzeslage ist deutlich schärfer, als z.B. in Deutschland. Spanien hat wiederum 2017 als einer der ersten Länder Europas dem Haustier eine besondere Bedeutung beigemessen und dafür eine eigene positive Gesetzeslage geschaffen. Für die Misshandlung von Tieren sind nunmehr auch heftige Bußgelder und sogar Gefängnisstrafen möglich.

Mit dem Hund nach Teneriffa – Flugzeug oder Fähre?

Die Reise nach Teneriffa ist grundsätzlich mit dem Flugzeug oder der Fähre möglich. Die Überfahrt mit der Fähre dauert 36 Stunden. Auf dem Oberdeck der Fähre sind Gitterboxen auf zwei Ebenen aufgestellt, in denen der Hund untergebracht werden muss. Er darf nicht mit in die Kabine und darf auch nicht im Auto verbleiben. Ein kleiner Rundgang ist auf dem Deck möglich, er kann auch seine Notdurft verrichten, was aber gerade für stubenrein erzogene Hunde eine seelische Herausforderung ist. Es wird für ihn die aller letzte Konsequenz sein, sich dort zu erleichtern. Und 36 Stunden sind eine laaaange Zeit.

Es empfiehlt sich, die Fähre noch ohne Gepäck zu betreten und gerade einem größeren Hund die untere Reihe der Gitterboxen zu sichern. Und danach erst das Gepäck an Bord zu holen.

Der 20 stündigen Autofahrt und anschließenden 36 stündigen Schiffsreise stehen 1 Stunde Autofahrt zum Flugplatz und 5  stündiger Flug gegenüber. Wir haben für uns zu beschlossen, mit dem Hund nach Teneriffa zu fliegen und haben hierzu sämtliche denkbaren Überlegungen getroffen. Hunde dürfen nur bis zu einem Körpergewicht von 5 KG  und in einem geeigneten Transportbehältnis in der Kabine mit der Familie reisen, wenn dieses unter den Sitz der vorderen Stuhlreihe passt.

Alle anderen Hunde reisen im Gepäckraum.

Flug mit Hund nach Teneriffa

Eine Voraussetzung für den Transport im Flugzeug ist eine nach den Richtlinien der IATA zugelassene stabile Reisebox.  Der Hund muss darin aufrecht stehen können. Jeder Hundehalter wird natürlich darauf bedacht sein, so viele Eventualitäten wie möglich auszuschließen. Wir haben das Futter der Hunde einen Tag vor der Reise halbiert und vor dem Flug noch am Airport im Grünbereich einen ausführlichen Spaziergang getätigt. Wir haben in Erwägung gezogen und mit dem Tierarzt besprochen vor der Reise die Hunde mit einem Beruhigungsmittel zu seditieren, um eine Panik wegen dem Flugzeuglärm im Gepäckraum auszuschließen. Nach Rücksprache mit CONDOR und auch anderen Airlines ist dieses aber ein Ausschlussgrund für den Transport.

Der über 5 KG schwere Hund wird am Airport mit dem Sondergepäck eingecheckt. Dazu muss er die Box verlassen, die separat durchleuchtet wird. Danach darf er die Box wieder betreten und wird der Obhut des Airport Personals übergeben. Ich darf versichern, dass dieses ein selten dummes Gefühl ist.

Bei mehreren hundert Flügen, die ich in meinem Leben absolviert habe, war das der Flug mit der härtesten Landung und vor Panik aufgelösten Passagieren. Ich war erstaunt, dass nicht das Fahrwerk des Flugzeugs Schaden genommen hat. Ich hatte schlimmste Befürchtungen um meine Fellnasen.

Die Abholung des Sperrgepäcks erfolgt auf Teneriffa im Basement der Ankunftshalle. Nach etwa 30 minütiger Wartezeit kamen neben Surfbrettern anderer Fluggäste auch die Hundeboxen. Ich hörte unseren Schäferhund schon aus Entfernung laut schimpfen und wusste, dass der Flug für Hunde in dem Fall die richtige Entscheidung war. Für nur einen 14 tägigen Urlaub mit Hund würde ich diesen Stress allerdings vermeiden.

Tierärzte auf Teneriffa – Tierfutter

Es mag eine subjektive Beobachtung sein, aber es gibt auf Teneriffa deutlich mehr Tierärzte als in Deutschland. Die Qualität und auch technische Ausstattung ist sehr differenziert, aber auch die Behandlungskosten. Es lohnt sich auf alle Fälle nach Erfahrungswerten im Internet zu forschen und auch für Routineimpfungen den Preis vorher zu erfragen. Es gibt auf Teneriffa auch deutsche Tierärzte, ebenso englischsprechende Tierärzte, so dass man auch ohne fundierte Spanischkenntnisse zurecht kommt. In Puerto de la Cruz gibt es auch eine hervorragende Naturheilpraxis mit einer bestens ausgestatteten Physiotherapie für Hunde.

Es gibt auf Teneriffa sehr viele Läden die Tierfutter führen, die meisten sogar sehr hochwertige und namhafte Produkte, meist jedoch nur Trockenfutter. Die Auswahl an Nassfutter ist eher dürftig und erreicht qualitativ nur ein unteres bis mittleres Segment. Es gibt jedoch in Spanien Festland auch Onlineanbieter mit einem soliden Sortiment, die auch auf die Kanaren liefern.

Von Hundepensionen, Hundesitter, Hundeflüsterer etc. ist alles mehrfach auf Teneriffa vertreten. Nach Teneriffa mit Hund ist also kein Problem, sollte nur rechtzeitig organisiert sein. Auf den Kanaren gibt es übrigens keine Hundesteuer.

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