Immobilie auf Teneriffa kaufen oder verkaufen


Wer auf Teneriffa ein Haus kaufen oder verkaufen möchte, sollte bestimmte Besonderheiten kennen. Jedes Land hat seine Eigenheiten hinsichlich Grundbuch, Steuergesetze, Formvorschriften, Finanzierung etc. und natürlich sind auch bei der Immobilie selbst viele Dinge zu beachten.

Nach  meiner Ausbildung zum Bankkaufmann finanzierte ich mein Studium zum Dipl. Betriebswirt zunächst als Ferienjobber in einem Immobilienbüro.  Am Ende des Studiums war ich Niederlassungsleiter dieses Büros und arbeitete danach viele Jahre in dieser Brache in Führungspositionen. Deshalb betrachte ich Sachverhalte im Immobilienwesen mit anderen Augen oder als „Insider“.

Teneriffa Immobilie kaufen oder mieten?

Es gibt viele Überlegungen, ob es sinnvoller ist eine Immobilie kaufen oder Immobilie mieten. Wer z.B. eine Finca mieten möchte wird sich ungleich schwerer tun, als ein Appartement mieten. Denn Fincas werden kaum zur Miete angeboten, hingegen werden Appartements sehr oft vermietet.

Es spielt aber auch die persönliche Lebenssituation eine große Rolle. In welchem Alter entscheidet man sich für die Immobilie? Wer vor 30 Jahren hier auf Teneriffa investiert hat, hat nicht nur mehrere hundertausend Euro Miete eingespart, sondern kann meistens auch auf eine enorme Wertentwicklung zurückblicken. Grundsätzlich ist kaufen in der Regel sehr viel günstiger als mieten. Zumindest langfristig betrachtet. Wer mietet sollte bedenken, dass jede Immobilie einen Vermieter, d.h. einen Eigentümer hat.  Und dieser Eigentümer freut sich über jede Monatsmiete – Monat für Monat, Jahr für Jahr. Die meisten Mieter bezahlen im Laufe ihres Lebens 300 bis 600 TSD Euro Miete.

Natürlich ist auch die eigene finanzielle Situation wichtig. Kann man sich den Kauf der Immobilie leisten oder ist dieses nur mit gewaltigen finanziellen Anstrengungen möglich? Anstrengungen, die man mittelfristig vielleicht nicht tragen kann?

Natürlich kann man eine Immobilie auch immer wieder verkaufen.

Tipp: Eine Immobilie kaufen ist in der Regel günstiger als eine Immobilie mieten. Dennoch sollte ein Kauf mit der persönlichen Lebenssituation abgestimmt sein.

Die Lage, die Lage und nochmals die Lage

Natürlich kann man Immobilien kaufen und auch wieder verkaufen, aber dennoch sind Immobilien langfristige Investitionsobjekte. Und die Haltedauer reicht meistens über Jahrzehnte. Man unterscheidet bei Immbilien grundsätzlich Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilien. Beide haben jedoch gemeinsam, dass die Lage für den Preis und die Wertentwicklung der entscheidende Faktor ist.

Es ist müßig, sich darüber zu unterhalten, ob man lieber eine Immobilie im heißen, sonnenverbrannten Süden oder eher im kühleren, grünen Norden bewohnen möchte. Man sollte nur nicht den Fehler machen, von einem 14 tägigen Urlaub auf ein Leben in der Sonne schließen zu wollen. Es kann auf Dauer sehr belastend werden, jeden Tag in der heißen Sonne zu verbringen.

Je angenehmer oder begehrter eine Lage, umso höher ist der Preis. Aber Vorsicht, die Lage kann sich auch ändern, auch auf Teneriffa. Wo ursprünglich vielleicht das Haus in Alleinlage mit freier Sicht auf das Meer stand und deswegen einen hohen Einkaufspreis hatte, kann sich die Situation innerhalb weniger Jahre ändern und das Haus befindet sich inmitten einer Wohnsiedlung mit Sicht auf ein mehrstöckiges Appartmenthaus. Damit kann der Preis spürbar sinken. Genauso kann sich die Straßenführung ändern oder im Haus gegenüber eröffnet eine Werkstatt. Es gibt viele Beispiele für Preisentwicklungen, die außerhalb der konjunkturellen Entwicklungen liegen.

Tipp: Bevor man sich für eine Immobilie entscheidet, sollte man sich mit den Nachbarn unterhalten und ggf. auch den Bebauungsplan der Gemeide ansehen.

Wie finde ich eine Immobilie? Makler auf Teneriffa

Eine Immobilie auf Teneriffa zu finden, ist prinzipiell sehr einfach. Im Gegensatz zu Deutschland bezahlt der Immobilieneigentümer den Makler. Deswegen sind damit für den Käufer keine augenblicklichen Mehrkosten verbunden, wenn er über einen Immobilienmakler nach einer Finca, Chalet, Appartement etc. sucht.

Oft wird die Frage nach seriösen Maklern gestellt. Seriöse Makler auf Teneriffa sind auf alle Fälle die Firma Stadler und auch Engel & Völkers in Puerto de la Cruz. Das bedeutet jedoch nicht, dass damit alle anderen Makler unseriös sind, wenn es auch einige Adressen gibt, die ich aus eigener Erfahrung meiden würde.

Da aber nicht jeder Makler die gleichen Angebote an Immobilien hat, relativiert sich die Frage sofort. Wer einen möglichst guten Überblick über die Immobilien auf Teneriffa haben möchte, sollte sich die Angebote von mindestens 10-15 Maklerbüros ansehen. Und zusätzlich im Internet Immobilienscout24, Immowelt.de,  Immonet.de oder die Plattform kyero.com aufsuchen, auf der mehr als 350 TSD Immobilien in Spanien gelistet sind. Daneben sind auch viele Angbote bei Milanuncios zu finden, meist von privaten spanischen Anbietern. Dieses erfordert jedoch gute spanische Sprachkenntnisse und auch Verhandlungsgeschick.

Tipp: Man spart sich gerade als Deutscher oft viel Geld, wenn diese Telefonate oder Gespräche ein Spanier/ Canario führt, weil sonst schnell Touristenpreise aufgerufen werden.

Ein Makler auf Teneriffa kümmert sich jedoch um weit mehr Dinge als in Deutschland üblich. Das beginnt bei der Einholung sämtlicher für den Kaufvertrag erforderlicher Unterlagen, Katasteramt, Grundbucheinsicht, Grundschuldablösung und geht bis zur Unterstützung bei der Beantragung der N.I.E., der Steuernummer, welche für viele Rechtsgeschäfte in Spanien erforderlich ist. Weitere Stichpunkte für die Unterstützung durch einen Makler sind Bankverbindung, Ummeldung von Strom, Wasser, Telefon, Versicherung etc.

Wer sich selbst vor Ort auf die Suche begeben möchte, sucht einfach nach den Schildern „SE VENDE“ – zu verkaufen oder „SE AQUILA“ – zu vermieten, notiert sich die Telefonnummer und ruft kurzerhand an.

Besichtigung einer Immobilie

Die Besichtigung einer Immobilie ist der entscheidende Punkt schlechthin. Er ist so entscheidend, dass man niemals eine Immobilie nur 1x besichtigen sollte, wenn diese die erste Wahl ist. Es empfiehlt sich, die Immobilie zu verschiedenen Tageszeiten, Wochentags und auch Wochenende anzusehen. Auch ein Bausachverständiger oder eine bauerfahrende Person des Vertrauens ist wichtig. Ich habe viele, sehr viele Immobilien gesehen, die mit Gips und Farbe noch schnell aufgehübscht wurden.

Viele Immobilien gerade im ländlichen Bereich wurden früher ohne großes Fundament oder Sperrisolierung einfach in das Erdreich gebaut. Das mag in einer Zeit, wo Steine nur geschlichtet wurden, noch funktioniert haben. Mit der Verwendung von Zement und Beton, verputzten Wänden etc. steigt die Feuchtigkeit ohne die Sperrisolierung in die Wände hoch, was zu Schimmelbildung und Gesundheitsschädigung führt. Oft werden diese Stellen einfach überstrichen, ohne das Problem gelöst zu haben.

Diese bauerfahrende Person hat vielleicht eine gute Nase und einen Feuchtigkeitsmesser und kann in sekundenschnelle aufzeigen, ob die Wände durchfeuchtet sind oder nicht. Unterstützend hilft auch ein beiläufiger Blick in die Garage nach frischen Farbeimern, Entfeuchtungsgeräten etc.

Tipp: Besichtigungen sollten immer eine gemütliche Tasse Kaffee mit dem Verkäufer beinhalten. Im Eifer des Verkaufsgesprächs plaudern viele Eigentümer über Dinge, die sie sonst nie gesagt hätten.

Lizenzen, Genehmigungen, Rückstände

Wichtig ist nicht nur die Prüfung der Eigentumsverhältnisse der Immobilie, sondern auch der baurechtlichen Situation. Ist das Gebäude mit sämtlichen An- und Umbauten genehmigt? Gibt es für das Stromnetz ein gültiges Bulletin? Bestehen finanzielle Rückstände an Steuern, Müllgebühren etc.? Wurden die Hausgelder bezahlt? Oder im Falle einer Appartementanlage empfiehlt es sich auch die letzten 3-5 Protokolle der Eigentümerversammlung einzusehen, ob dort Renovierungsbeschlüsse verankert sind etc.

Der Kaufvertrag in Spanien

Spanien hat ein anderes Kaufrecht als es z.B. in Deutschland besteht. Alleine ein im Überschwung geäußertes „Das Haus ist schön, das kaufe ich“ und dieses vor Zeugen, stellt eine Kaufverpflichtung dar. Die Kommunikation mit dem Käufer ist also mit Vorsicht zu führen.

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