Projekt Permakultur

Permakultur Teneriffa: Permakultur ist ein Modell, das auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden, nachhaltigen und naturnahen Kreisläufen abgestimmt ist. Permakultur ist aber nicht nur die naturnahe Gestaltung von Landwirtschaft und Lebensräumen, vielmehr lassen sich die Denkprinzipien auch auf Energieversorgung, Landwirtschaftsplanung, soziale Infrastrukturen und vieles mehr anwenden.

Als Permakultur wird auch die bewusste Erschaffung eines Paradieses beschrieben. Es wird ein naturnaher Lebensraum geplant und geschaffen, der alle Bedürfnisse des Menschen befriedigt und sich dabei mit möglichst geringem Arbeitsaufwand selbst erhält.

Permakultur ist ein kreativer Gestaltungsansatz, der auf eine Welt zunehmend schwindender Energie- und Ressourcenverfügbarkeit reagiert. Permakultur betrachtet jedoch nicht nur den Aspekt des Gärtnerns, sondern eine ganze Reihe mehr.

Ethische Grundlage

Drei ethische Grundsätze stehen im Zentrum allen permakulturellen Wirkens. Auf ihre Verwirklichung ist jedes Permakultur Projekt ausgerichtet. Sie lauten:

    • Sorge für die Erde.

 

    • Sorge für die Menschen.

 

    Begrenze Konsum und Wachstum und teile Überschüsse.

Permakultur als Vorsorgemodell

Von Beginn der Planung der Finca bis heute begleitet eine Überlegung jedes tun und handeln auf der Finca: ist das auch langfristig sinnvoll, können wir dieses auch noch in einigen Jahren machen?

Eine Finca bedeutet Arbeit, sogar sehr viel Arbeit. Eine ökologisch bewirtschaftete Finca bedeutet noch mehr Arbeit. Ist die Permakultur ein Denkansatz oder gar die Lösung für eine altersgerechte Finca oder Landwirtschaft?

Permakultur auf der Finca la Castaña

Mit dem Kauf der Finca haben wir für uns einen neuen Lebensabschnitt eingeläutet. Dieser neue Abschnitt bedeutet einen stetigen Lernprozess, der mit einer persönlichen Weiterentwicklung einhergeht. Beobachten, planen, ausführen, beobachten, verändern … Den Gedanken zur Permakultur verfolgen wir erst seit kurzer Zeit, prinzipiell nachdem das Projekt Biogarten, Bio Finca und ökologische Landwirtschaft gerade die Kinderschuhe verlässt.

Je weiter wir uns mit der Permakultur befassen, umso mehr sehen wir, dass wir als Nicht-Landwirte – nur unserem Bauchgefühl folgend – intuitiv viele Dinge in die richtige Richtung bereits realisiert haben. Dinge, die wir bereits vor 50 Jahren mit den Eltern im Garten gelernt haben. Aber auch Dinge, die sich aus dem logischen Menschenverstand erschliessen.

Garten der Vielfalt

Was wir schaffen ist ein Garten der Vielfalt – ein Ernteparadies. Er ist aktuell Heimat für mehr als 200 Sorten von Nutzpflanzen – mit steigender Tendenz. So setzen wir seit dem ersten Tag auf Artenvielfalt, produzieren aus Pflanzenabfällen unseren eigenen Kompost, verbessern mit Wurmhumus unsere Böden, bringen nachhaltige Energie durch hydrtohermale Karbonisierung in die Erde, mulchen die Flächen mit Holzschredder oder anderen Materialien, verwöhnen Bienen und andere Insekten für die Bestäubungsarbeit, kontrollieren Schädlinge durch natürliche Fressfeinde, gewinnen aus teilweise eigens kultivierten Pflanzen wertvolle Jauchen, schaffen Klimazonen usw..

Die Natur braucht die Einheit vieler verschiedener Pflanzen. Das Konzept ist die Böden mit Pflanzen zu bedecken, um z.B. die Erosion zu vermeiden, um ein natürliches System herzustellen, in dem sich Pflanzen und Tiere wohlfühlen. Solange die Böden wärmer sind als die Umgebungstemperatur, nehmen sie kein Wasser auf und Regenwasser spült die Erde aus, anstatt in der Erde zu versickern. Bäume, Büsche und Bodenvegetation beschatten und kühlen den Boden. Dies ist auf einer Insel vulkanischen Ursprungs vermutlich entscheidender als irgendwo anders auf der Welt.

Wir verstehen Permakultur aber nicht nur als eine Art des Gärtnerns, vielmehr als eine Art zu Leben. Dass sich diese Art des Lebens natürlich auch im Garten wiederfindet, ist eine logische Konsequenz.

Die Permakultur betrachtet auch den Menschen. Und wir auf der Finca la Castaña betrachten die Permakultur auch als einen Baustein auf dem Weg des Älterwerdens. Wir legen Wert darauf, die Finca auch im fortgeschrittenen Alter noch bewirtschaften zu können und bereiten uns bereits jetzt darauf vor. Wie wir dieses umsetzen zeigen wir Interessierten gerne bei einem Rundgang auf unserer Finca.

Permakultur: Eine Erfindung unseres Jahrtausends?

Mitnichten. Viele alte Bauerngärten in denen Blumen, Kräuter, Obst und Gemüse ein ungezwungenes Ambiente bilden, funktionieren nach den gleichen Prinzipien, wie sie Apostel der heutigen Permakulturbewegung für sich beanspruchen. Und auch wer sich mit dem alten Wissen der Nonnen aus den Klostergärten auseinandersetzt, wird viel Basiswissen der Permakultur entdecken. Was also macht die Permakultur so spannend und innovativ?

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen,
durch die sie entstanden sind“ (Albert Einstein)

Prinzipiell gar nichts, außer der Tatsache, dass sich immer mehr Menschen mit der Selbstversorgung auseinandersetzen und dabei auf altes Wissen zurückgreifen. Die Abneigung gegen die Bilder der Massentierhaltung und industrialisierten Flächenlandwirtschaft sitzt tief und die Sehnsucht nach verträumten, verwachsenen Zaubergärten ist groß. Und genau diese Gärten funktionieren schon seit Jahrhunderten, in denen sich Pflanzen wechselseitig unterstützen, beschützen, eine Harmonie mit der Tierwelt begründen. Sich Licht, Sonne, Schatten und Wasser die Waage halten, sich in ausgeglichenen und gesunden Böden eine intakte Fauna findet. Die Permakultur versucht nichts anderes als diese Natur zu imitieren, bevor der Mensch in diese eingegriffen und zerstört hat.
Monokulturen, Massentierhaltung, Umweltvergiftung etc. ist Vokabular der letzten einhundert Jahre.

Aber eine kleine Innovation gibt es doch. Gärten machen Arbeit und je schöner ein Garten, umso mehr Arbeitseinsatz und Zeit benötigt er. Und genau diese Zeit fehlt den Menschen. Genau an dieser Stelle setzt ein Gedanke der Permakultur an, denn die Permakultur sollte sich mit möglichst wenig Arbeitsaufwand selbst erhalten. Wenn sie denn einmal mit Verstand angelegt wurde.

Ideen für die eigene Permakultur

Landwirtschaft oder Gärten lassen sich nur schwer über größere Distanzen hinweg kopieren. Denn es unterscheidet sich das Klima, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Sonneneinstrahlung, die topografischen Gegebenheiten bis hin zur Bodenqualität. Es lassen sich also nur Denkansätze, Basiswissen und handwerkliches Geschick für den Anfänger in Sachen Permakultur transferieren.

Und hierzu laden wir Sie gerne zu einem Erfahrungsaustausch auf unsere Finca ein.

„Sofern wir in die Natur eingreifen, haben wir strengstens auf die Wiederherstellung ihres Gleichgewichts zu achten.“ (Heraklit von Ephesus, Griech. Philosoph, um 520 – um 460 v. Chr.)

 

Der essbare Waldgarten

Der essbare Waldgarten ist ein nach tropischen Vorbildern gestaltetes mehrstufiges Anbausystem im Sinne der Permakultur. Es besteht aus Obstbäumen, Wildobst, Beerensträuchern und ist mit essbaren Gemüsen und Kräutern unterpflanzt.

Grenzen der Permakultur

Permakultur ist ein wirklich interessantes Thema und lässt jedem, der sich damit auseinandersetzt seine eigenen Ingerpretationsmöglichkeiten. Es wird jedoch viel zu wenig kommuniziert, dass Permakultur ein Entwicklungsprozess über viele Jahre ist. Die alten Verfechter wie Sepp Holzer haben ihre Höfe über ein halbes Jahrhundert entwickelt und dabei auch viel Geld investiert.

Die Permakultur findet ihre Grenzen, wenn es um das Thema Massentauglichkeit oder um die Ernährung der Menschheit geht. Dieses ist aktuell und vermutlich auch in der näheren Zukunft nur noch über maschinellen Einsatz in der Großflächenbewirtschaftung möglich. Mit der steigenden Anzahl der Menschen wird der Platz für Individualismus im gleichen Verhältnis schwinden.

So wird das Thema Permakultur eine Nische für Individualisten bleiben, die viel Arbeit nicht scheuen und ihren Lohn in gesunden Lebenmitteln sehen, die in einer gesunden Natur geerntet wurden.

Das Wesen der Permakultur

– Böden werden verbessert, ohne diese umzugraben
– Mischkulturen ohne Fruchtfolgen zu berücksichtigen
– mehrjährige Pflanzen und Gehölze
– verschiedene Vegetationsebenen

 

Symbiose der Wechselwirkung
Gemeinsam gehts besser wie einsam

 

 

Permakultur Teneriffa

Unter dem Suchbegriff „Permakultur Teneriffa“ findet man bereits Anhänger dieser Philosophie, die diese besondere Art des Lebens und der Bewirtschaftung auf ihren Fincas bereits umsetzen.

Permakultur als Lebensdevise

Die Veränderungen, die wir schaffen wollen, müssen wir selbst gestalten. Die betrifft nicht nur den Garten als Konsequenz des Lebensstils, sondern auch den Lebensstil selbst. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, seine Situation in der er sich aktuell befindet, zu verändern. Wird die Veränderung mit Erfahrung, Bedacht und Weitsicht durchgeführt, sollte sie eine Veränderung zum Besseren hin bewirken. Unabhängig was als das „Bessere“ definiert ist. Permakultur läßt unzählige Definitionen zu.

Wir werden täglich mit dem Begriff des Wirtschaftswachstums konfrontiert. Wirtschaftswachstum ist jedoch endlich, weil irgendwann die Ressourcen für das Wachstum aufgebraucht sein werden. Das können die Rohstoffe, der Platz auf der Erde, Wasser, Luft und vieles andere sein. Erst wenn die überwiegende Mehrheit der Menschen begriffen hat, dass dieses System von Anfang an zum Kollapps verurteilt ist und sich aus dem Konsumzwang löst, hat die Erde eine Chance.

Kritische Betrachtung der aktuellen Permakulturbewegung

Als Einsteiger in die Permakultur begeistert mich die zugrundeliegende Idee sehr. Als routinierter und lebenserfahrender Kaufmann betrachte ich den aktuellen Auftritt der Permakultur sehr skeptisch. Es werden Kurse an eine bestimmte Zielgruppe zu Preisen angeboten, über die es sich nachzudenken lohnt. Erst ab einem bestimmten Minimum an absolvierten Kursen besteht die Möglichkeit selbst als zertifizierter Permakulturdesigner (PCD) aufzutreten und wieder eigene Kurse zu geben. Vermarktungsprofis bezeichnen dieses System als Multi-Level-Marketing und es erinnert stark an Tupperware.

Beim Studium vieler Internetseiten, die sich mit dem Thema Permakultur befassen, kristallisiert sich deutlich heraus, dass das Wissen um die Permakultur ziemlich teuer verkauft wird.

https://www.fermedubec.com/english/

Sollte es nicht möglich sein, eine so großartige Idee, die den Anspruch erhebt, die Menschheit verändern zu können, auf der Basis von Freiwilligkeit zu transportieren? Bei Organisationen wie dem Roten Kreuz, Malteser Hilfsdienste, Johanniter, THW, Feuerwehr und viele andere auch arbeiten Millionen von Menschen weltweit kostenlos für eine Idee.

 

 

 

 

 

Das kleine 1×1 des Kompost: Kompost

Biozyklisch veganer Anbau:
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